Mit dem Pferd durch die Vulkaneifel

Eifel Hü-Hott

Die Eifel. Tiefe Wälder, satte Weiden, plätschernde Bäche. Gut, als ich in die Eifel fahre, plätschert es vor allem von oben. Statt Sommertour wird es wirklich zunehmend eine Wassertour, aber das tut der Laune keinen Abbrauch. Es ist herrlich in der Eifel. Ich suche hier ein Naturerlebnis und da ich, wie bereits angekündigt, nicht sonderlich gerne wandere oder Rad fahre, steige ich auf 1 PS um. Das geht hier im Norden von Rheinland-Pfalz recht unkompliziert. Das Programm "Eifel zu Pferd" bietet alles, was ein Reiterherz höher schlagen lässt: Zertifizierte Wanderreitstationen bieten all jenen, die mit dem eigenen Vierbeiner Wälder und Wiesen erobern wollen, ein Dach über dem Kopf und eine volle Heuraufe bei netten Gastgebern. Die, die einfach Lust auf einen Tagesausflug haben und kein Pferdchen parat haben, können bei vielen Stationen einen Ausritt auf den hofeigenen Tieren buchen. Ich entscheide mich für letzteres und buche bei Gabriele Dregger vom Hermannshof im Örtchen Hümmel, idyllisch gelegen in der näheren Umgebung des Ahrtals, an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. 

 

 

Me and my Honey 

 

 

Als ich auf dem Hermannshof ankomme, gibt es erst einmal einen Kaffee. Das geht gut los. Gabriele nimmt sich viel Zeit, fragt nach den Reitkenntnissen und erzählt auch ein bisschen von sich. Der Hof ist ein liebevoll restauriertes Kleinod. Die Pferde stehen auf den Weiden direkt hinter der dem Haus und so kann es dann auch schnell losgehen. "Honey" heisst mein heutiger Teampartner. Eine mutiger Ponymix aus Norweger und Vollblut, 11 Jahre alt und ziemlich nett. Nach dem obligatorischen Pferde-Putz-Programm kann es losgehen. Gabriele führt den etwas über zwei Stunden dauernden Ritt in Richtung Ahrtal. Als Rheinhessin sind mir vor allem unsere Weinberge vertraut. Die Eifel gibt mir mit ihren Wäldern und Wiesen, den Bächen und Mühlen direkt ein Urlaubsgefühl. Über Stock und Stein und durch Bachläufe trottend, gehen die zwei Stunden (ohne einen Tropfen Regen!!!) rasch vorbei. Gabriele achtet zu jeder Zeit drauf, dass Reiter und Pferd wohlauf sind und gibt so auch Anfängern Sicherheit. Nach dem Ritt versorgen wir die Pferde und gerade, als wir zur zweiten Tasse Kaffee ins Haus gehen, fängt es an zu schütten. 

 

 

Die Nohner Mühle und der wachsende Wasserfall

 

 

Rund 30 Kilometern von Hümmel entfernt liegt das Örtchen Nohn.  Direkt ab Ahbach liegt die alte Wassermühle, die heute vor allem für ihre hervorragenden hausgemachten Kuchen und Waffeln bekannt ist. Nach dem Ritt und knapp dem Regenschauer entkommen, ist eine Kuchenstärkung genau das richtige und wärmstens empfohlen.

 

Sehenswert und in der Nähe liegend ist der Wasserfall Dreimühlen. Er handelt sich hierbei um das nördlichste Kalksintervorkommen in Europa und um ein Naturdenkmal. Seit der letzten Eiszeit, die rund 10.000 Jahre zurückliegt, pendeln aus Karsthöhlen austretende Quellwässer hin und her und wurden erst beim Bau der Bahnstrecke zusammengeführt, wodurch der "wachsende" Wasserfall entstand. "

Die geologischen Vorgänge werden vor Ort auf Hinweistafeln viel besser erläutert als ich Erdkunde-Verweigerer das je könnte. Ein Besuch an diesem pittoresken Örtchen lohnt sich auf jeden Fall.

 

Überhaupt lohnt die Eifel sich. Ob zu Pferd, zu Rad oder zu Fuß. Wer "Natur pur" erleben möchte, ist jedenfalls genau richtig. Ich komme Gabriele und Honey bestimmt noch einmal besuchen. 

 

 

 

Mehr zu "Eifel zu Pferd": www.eifelzupferd.de

Mehr zum Hermannshof: www.hermannshof-eifel.de 

Zur Nohner Mühle: www.nohnermuehle.de

 

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