Kon'nichiwa in Kaiserslautern

こんにちは。Japan in der Pfalz

Zugegeben: für mich als Rheinhessin hört sich der pfälzische Dialekt tatsächlich manchmal an wie eine Fremdsprache, aber Japanisch hätte ich in Kaiserslautern nun nicht vermutet. Grobe Unkenntnis meinerseits. Dabei hat mein Kollege Andreas Rahm mit dem ich heute unterwegs bin, immer schon betont, dass Lautern etwas besonderes sei.

Und ich finde es durchaus bemerkenswert, dass in der westpfälzischen Metropole, die den weltweit größten US-Militär-Stützpunkt außerhalb der Vereinigten Staaten bildet, auch der fernöstlichen Kultur großen Raum gegeben wird: Hier in Kaiserslautern kann man nämlich den größten Japanischen Garten Europas besichtigen. Auf 13.500 Quadratmetern Fläche, die ausschließlich dem Garten gewidmet ist (und das ist der Unterschied zu anderen Japanischen Gärten), kann man gemütlich an Kirschbäumen und riesen Bonsai vorbeischlendern, mit spezial Futter die riesigen Kois im Teich versorgen, die Wasserfälle, die aus der Lauter gespeist werden, bewundern (einer davon hat eine Höhe von 12 Metern), in Stein- und Moosgärten Inspiration finden oder dem Tee- und Gästehaus einen Besuch abstatten. Das japanische Häuschen stammt aus dem Jahre 1900 und diente in einem Park in Tokio einst als Gästehaus eine japanischen Ministers, bis es 1983 in deutschen Besitz kam. 2003 kaufte es die Stadt Kaiserslautern für den Park. Heute kann man hier an einem der vielen Angebote des Parks teilnehmen (wie wäre es mit einer traditionellen Teezeremonie?) oder auch standesamtlich heiraten. An Kultur bietet der Garten ohnehin einiges. Ich plane zum traditionellen Kirschblütenfest auf jeden Fall einmal vorbeizuschauen.

 

 

 

 

Warten auf Barbarossa 

 

 

Noch fliegen die Raben um den alten Kyffhäuser und der ehrwürdige alte Herr scheint noch tief zu schlafen. Sollte Barbarossa (immerhin auf Platz 19 der Liste der 100 größten Rheinland-Pfälzer)  aber eines Tages seine Augen öffnen und zurückkehren, dann stattet er sicherlich auch Kaiserslautern einen Besuch ab. Immerhin trägt es den Beinamen, als "Barbarossastadt". Mit der Erweiterung der Burg zu einer Pfalz begann Mitte des 12. Jahrhunderts die Blütezeit der Siedlung Kaiserslauterns.  Von der Burg und dem Schloss, dass einst Pfalzgraf Johann Casimir, der "Jäger der Kurpfalz",  im 16. Jahrhundert daneben bauen ließ, ist nicht mehr wirklich viel übrig: Einige Quader und Zierelemente sind noch erhalten. Sie wurden in liebevoller Kleinstarbeit wieder aufbereitet und können besichtigt werden.- Allerdings nur mit Führung. Und die lohnt sich auf jeden Fall. Beginnend im "Pfalzgrafensaal", der heute der Stadt als Repräsentationsraum dient, geht es in die unterirdischen Gänge. Vorbei an Gräbern mit fränkischen Skeletten (eines ist freigelegt), gelangt man über eine "Zeitspirale" mit Infografiken, Bild- und Klanginstallationen durch die historischen Epochen der Stadt, bis man anschließend in die in den Fels gehauenen Gänge gelangt. - Dem tiefsten Punkt der Stadt.

 

 

2010 und 2011 wurden die Reste der Kaiserpfalz freigelegt und die historischen Fundamente aufgemauert. Eine dreidimensionale Stahl-Stampfbeton-Konstruktion bildet heute ein kleines Freilichtmuseum, das man in unmittelbarer Nähe zum Rathaus besichtigen kann. 

 

 

 

Hoch hinaus: Über den Dächern der Stadt 

 

Und hier, im Rathaus der Stadt, kann  man zum höchsten Punkt der Stadt. 22 Stockwerke geht es hoch über die Dächer Lauterns. Im Sommer hat man die Möglichkeit hier in 80 Metern Höhe die Abende zu verbringen. In der Lounge des Restaurants. Es ist ziemlich windig hier oben, aber der Ausblick lohnt sich allemal.  

Wie die gesamte Stadt übrigens. Hier gibt es mehr als Fußball und das sollte man sich nicht entgehen lassen. 

 

 

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Herrn Schmidt, dem zweiten Vorsitzenden von Japanischer Garten Kaiserslautern e.V. für die tolle Führung durch Garten und Teehaus; Petra Rödler, der Vorsitzenden des Förderkreises Kaiserpfalz Kaiserslautern e.V. für die großartige Führung in die unterirdischen Gänge der Stadt und natürlich an meinen Kollegen Andreas Rahm, MdL für die Organisation und den Einblick in das, was diese Stadt zu bieten hat. 

 

Mehr zum Japanischen Garten: www.japanischergarten.de

Mehr zur Stadt: www.kaiserslautern.de

 

 

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