Besuch im Zoo Neuwied

What's new, Pussycat?

Tessy und Khalila haben eine richtige Fanbase. Kinder und Erwachsene gleichermaßen stehen am Löwengehege und warten auf eine Regung, am besten vielleicht ein Brüllen. Aber Tessy und Khalila halten derzeit keinen Hof. Sie halten ein Mittagsschläfchen in der Sommersonne und lassen sich bewundern. Die Berberlöwenwelpen sind die Publikumslieblinge im Neuwieder Zoo, dem größten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Zu Recht. Es genügen wenige Sekunden und ich finde mich in der Besucherschar wieder, die verzückte Laute von sich gibt, sobald ein Welpe gähnt oder sich ausstreckt. Das Motto des Zoos "Liebe auf den ersten Blick" trifft also schon einmal zu. 

 

 

"Nö, die beisst nicht. Die würgt."

 

Der Neuwieder Zoo, den ich gemeinsam mit meinem Kollegen (und jahrelangem Geschäftsführer des Zoos) Fredi Winter besuche, bietet aber noch einiges mehr. Es gibt mehr als 1300 gute Gründe, den Zoo zu besuchen. So viele Tiere gibt es dort nämlich. Über 180 Arten haben hier auf einer fast 14 ha großen Gesamtfläche ihr zu Hause gefunden. Vom Waldkauz, über Seelöwen, den kleinen roten Panda (besondere Verzückungsgefahr), bis hin zu Schimpansen (neuer Chef im Ring ist seit neuestem Marlock, was er durch Imponiergehabe auch deutlich macht....ich verkneife mir Humanvergleiche an dieser Stelle) und eben den Löwen. Außerdem lebt hier die größte Känguru-Herde außerhalb Australiens.

Das Exotarium bietet Reptilien, Amphibien und Spinnentieren ein daheim, darunter Gelbe Smaragswarane, die es deutschlandweit in gerade einmal drei Zoos gibt. Hier treffe ich auf eine kleine Schlange, die der Zoodirektor Mirko Thiel mir auf die Hände gibt. "Beisst die", frage ich und Herr Thiel antwortet jovial: "Nö. Die würgt". Ich erstarre. Und bekomme prompt die Anweisung für das Foto doch bitte etwas entspannter in die Kamera zu lächeln. Gelingt nicht recht (erst am Zooshop wieder, als ich professionell mit den Stofftierschlangen pose). Ich bin froh, als die Schlange zurück in Expertenhände geht. -Und besuche ihren großen Bruder. Eine 6 Meter lange Würgeschlange, das größte Exemplar im Zoo.

Alle Gehege und Terrarien sind hell und mit viel Liebe gestaltet. Kein Vergleich zu früheren Jahrzehnte, als Fliesen und Kacheln vor allem die Reinigung und die Sichtbarkeit der Tiere für den Besucher garantieren sollten. Heute steht ihr Wohl im Vordergrund.

 

 

Tiere und mehr

 

Wer nach Neuwied kommt und den ganzen Zoo besichtigen möchte, der braucht ein bisschen Puste. 90 Meter Höhenunterschied gibt es vom tiefsten bis zum höchsten Punkt. Aber eine Stärkung wartet dann auch im Zoorestaurant. Neben köstlicher italienische Küche sind hier die Torten, die Chefin Tina selbst backt, wärmstens ans Herz gelegt.  

 

Außerdem bietet der Zoo eine Zooschule. Hier können die Kinder und Jugendlichen der umliegenden Bildungseinrichtungen an Skeletten und am lebenden Tier lernen. Überhaupt wird hier gerade für Kinder eine Menge geboten: Ein großer Spielplatz und ein Streichelzoo, in dem die Kleinen hingebungsvoll die Tiere bürsten, sind bei Kindern so beliebt wie es Tessy und Khalila sind. 

 

Der Eintrittspreis von 12 Euro ist völlig angebracht. Der Zoo ist in Trägerschaft eines Fördervereins und finanziert sich hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und eben jener Eintrittsgelder. - Also: Hingehen und verlieben. 

 

 

 

Mehr zum Zoo: http://www.zooneuwied.de 

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