Besuch im Zoo Landau

Und täglich grüßt das Dromedar

 

Den Zoo Landau findet man recht leicht. Er liegt mitten in der Stadt. Das Vorbeifahren ist nahezu unmöglich, denn spätestens auf der Zufahrtsstraße durch das Wohngebiet wird man, schaut man nach rechts, auf den Zoo hingewiesen. Nicht etwa durch riesige Hinweisschilder. Nein, durch das Logotier des Zoos, ein Dromedar. Um genau zu sein durch eine ganze Herde aus Fleisch und Blut. Die stehend grasend auf einer Wiese und weisen durch ihre Präsenz den Weg zum Zoo. Soetwas begeistert mich schon. Eine Naturoase, die nur fünf Minuten vom Zentrum der drittgrößten pfälzischen Stadt entfernt liegt.

Der Zoo erstreckt sich auf 4 ha Fläche und gehört mit seinen  rund 750 Individuuen aus 110 verschiedenen, meist exotischen Arten zu den vergleichsweise kleineren Einrichtungen.  

 

Artenschutz

 

 

Der Zoo Landau fußt auf vier Säulen: Erholung und Bildung für die großen und kleinen Besucher, Artenschutz und Forschung der Bewohner. Man kann den Zoo als Arten-, Naturschutz und Umweltbildungszentrum bezeichnen. Die Gehege werden stetig modernisiert und neuen Erkenntnissen angepasst. Sie sind naturnah gestaltet, die Steine stammen größtenteils aus der Region und die historischen Gegebenheiten der Stadt, wie die Festungsmauer, sind integrierte Bestandteile des Zoos. Eine Besonderheit ist sicherlich die Zooschule (Arten- und Tierschutzschule), die als Kooperationsprojekt des Zoos und der Universität Landau betrieben wird. Sie ist gleichsam Ausbildungsstätte der Pädagogen und der Schüler von Grundschule bis Oberstufenkurs. Hier finden aber auch Ferienprogramme statt, man kümmert sich um inklusive Projekte, entwickelte im Bereich der Demenz-Fürsorge Programme und schließlich ist es auch möglich, hier Kindergeburtstage zu feiern.

Zahlreiche Auszeichnungen zeugen vom Erfolg der Schule. 

Diverse Lehr- und Schautafeln bemühen sich die Besucher zu informieren, sei es über die diversen Artenschutzprojekte oder über lokale Naturschutzthemen. Der Zoo beteiligt sich zudem an Erhaltungszuchtprogrammen (das internationale Zuchtbuch der Prinz-Alfred-Hirsche wird hier geführt).

Die Säule des Artenschutzes beinhaltet die Unterstützung vor Ort, also in den Ländern, in denen Tierarten besonders gefährdet sind. Aus solch einem Programm stammt auch Charly.

 

 

 

Ein Herz für Charly

 

Eigentlich gibt es bei jedem Zoobesuch ein Tier, das mir besonders in Erinnerung bleibt. Meist, das gebe ich zu, sind es die majestätischen Großkatzen. So ein Tiger ist schon ziemlich beeindruckend und natürlich sind es die Amur-Tiger in Landau auch. Aber besonders im Gedächtnis ist mir Charly geblieben. Ein Weißscheitelmangaben-Männchen. In der Roten Liste der IUCN wird diese Art als "stark gefährdet" eingestuft. Die Weißscheitelmangabe ist eine Primatenart aus der Familie der Meerkatzenverwandten, die aus dem Zentrum und Osten der Elfenbeinküste stammen. In seiner Heimat wurde Charly dazu benutzt, die Besucher einer Bar zu entertainen. Mit Stahlring und Kette um die Hüfte wurde seine Flucht verhindert.

Heute lebt er im Zoo Landau und gehört als in der Wildnis geborener Affe zu den wertvollsten Zuchtmännchen. Vielleicht ist es seine Geschichte oder wie er durch das Zeigen seiner Zähne klar macht, wer im Gehege das Sagen hat, das mir haften bleibt. Ich bin jetzt auf jeden Fall Fan von Charly. 

 

Wer Tiere (wo möglich natürlich) ohne störende Gitterstäbe betrachten möchte und eine kurze Auszeit im afrikanischen Flair sucht, ist in Landau richtig. 

 

Mehr Infos zum Zoo: www.zoo-landau.de

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Kommentare: 2
  • #1

    Dr. Jens-Ove Heckel (Montag, 07 August 2017 13:06)

    Liebe Frau Abgeordnete Klinkel,
    vielen Dank für Ihren ausführlichen Informationsbesuch im Zoo Landau in der Pfalz und Ihren schönen Blog-Eintrag. Wir freuen uns und es ist uns sehr wichtig, wenn wir mit vielen Menschen in direktem Dialog sein können, besonders auch, wenn darunter "EntscheidungsträgerInnen" wie Sie sind. Als öffentliche Kultur- und Bildungseinrichtung möchten wir regelmäßig und transparent über die vielen Aspekte unsere Arbeit Auskunft geben, aber auch Herausforderungen vor denen wir stehen ansprechen, Auch während Ihres Besuchs war das nun möglich!
    Das Team des Zoo Landau grüßt Sie herzlich!
    Dr. Jens-Ove Heckel, Direktor

  • #2

    Julia Kögler (Mittwoch, 16 August 2017 13:13)

    Liebe Frau Abgeordnete Klinkel,

    vielen VdZ Mitgliedern ist Ihre Teilnahme und Rede auf der diesjährigen Jahrestagung des Verbands der Zoologischen Gärten in Landau in bester Erinnerung. Schön, dass Sie nun erneut den Zoo Landau in seiner Funktion als Arten-, Naturschutz und Umweltbildungszentrum besucht und sich u.a. über Charly und das Schutzprojekt WAPCA zum Erhalt der bedrohten Weißscheitelmangaben in Ghana informiert haben.

    Wir freuen uns, wenn Sie sich auch weiterhin für die Aufgaben, gesellschaftlichen Funktionen und Herausforderungen der wissenschaftlich geleiteten Zoologischen Gärten einsetzen.

    Mit den besten Grüßen aus der VdZ Geschäftsstelle,
    Dr. Julia Kögler, stellv. GF