Koblenz: Confluentes und Romanticum

Antike trifft Moderne. Mit Latinum in Koblenz

 

Heute steht eine Indoor- Aktivität an. Nach all dem Regen auf der Sommertour dachte ich, dass es nicht schaden könne, sich auch einmal überdachten Highlights zu widmen. Heute, an einem der schönsten Tage des Sommers mit strahlend blauem Himmel.

Ich besuche heute meine Kollegin Dr. Anna Köbberling in ihrer Heimatstadt Koblenz. Hier, wo die Mosel in den Rhein fließt, 

wo am Deutschen Eck Kaiser Wilhelm I im wallenden Mantel zu Pferd wacht, wo die preußische Befestigungsanlage Ehrenbreitstein über das Rheintal thront, geht es im Zentrum ziemlich modern zu. - Auch wenn der Name des Kulturgebäudes auf dem Zentralplatz anderes vermuten lässt. Das "Forum Confluentes" klingt altehrwürdig, ist aber ein moderner architektonischer Leckerbissen. Im Forum Confluentes findet man das Mittelrhein-Museum, die Stadtbibliothek und das Romanticum. Ja, in Koblenz klingt es nach Latinum (und ehrlich gesagt nach Lateinische Grammatik Band 1, denn so ganz astrein sind die Bezeichnungen nicht, aber darum geht es ja auch nicht), denn schließlich ist die Stadt eine der ältesten Deutschlands mit einer über 2000 Jahre alten Geschichte. Das Gebäude selbst ist noch jung und stammt aus den Jahren 2012/2013 und erinnert mit seiner Form und Fassadengesaltung an geschliffene Rheinkiesel. Der Rhein, die Lebensader des Bundeslandes, findet auch Innen seine Würdigung, beispielsweise im Romanticum  

 

 

Romanticum

 

Das Romanticum ist eine interaktive Erlebnisausstellung, die sich mit der Landschaft des UNESCO- Welterbes Oberes Mittelrheintal und der Epoche der Rheinromantik mit ihrer Loreley, den Burgruinen und den Landschaften am Vater Rhein beschäftigt. Und wie könnte man den Rhein besser erobern als zu Schiff (oder mit dem Schlauchboot...wie ich das hier gemacht habe)?!

Daher ist die Ausstellung einem Dampfschiff nachempfunden. 10 eigenständige Ausstellungsbereiche und 70 interaktive Stationen (alle zweisprachig auf deutsch und englisch gestaltet) bieten vor allem jüngeren Besuchern Spaß. Gleich vorweg: Auf jeden Fall die Eintrittskarte behalten, denn sie ist mit einem Chip ausgestattet. Aufgelegt an die einen jeweils interessierenden Stationen, sammelt sie die Präferenzen des Besuchers. Nach dem Rundgang ermöglicht ein Link oder das Abrufen des QR-Codes die Möglichkeit, sich noch einmal über diese Stationen zu besuchen. Die Karte kann natürlich dementsprechend mit nach Hause genommen werden. 

Aber zur Ausstellung: 

Die "Anlegestelle" ist der Startpunkt. Von hier aus gelangt man in dem "Salon", in dem es standesgemäß um Kunst, Kultur und Kulinarik. Im Schattentheater kann man beispielsweise auf Königin Victoria oder Friedrich Wilhelm IV. treffen. Zu den weiteren Highlights gehört auch der Dichtersessel, der auf Knopfdruck Gedichte vorträgt. Vor einem Schattenriss kann man eine Scherenschnittaufnahme von sich anfertigen (lassen). Das Aufnahmegerät ist liebevoll als altmodische Kamera gestaltet. Legt man die Karte hier auf, kann man das Bild daheim ausdrucken. 

Im "Schiffs-Laderaum" geht es um die touristischen Säulen des Landes: Wandern, Radfahren und Wein, vorgestellt von Menschen aus der Region. 

Der berühmtesten Nixe des ganzen Landes, der Loreley, ist ein eigener Raum gewidmet. Wer stimmtlich fit ist (oder auch nicht), ist hier zum Karaoke des Loreley-Liedes aufgefordert. Das kann man natürlich ebenfalls auf der Karte speichern. 

Auf "Deck" erfährt man alles zum Mittelrheintal, über die Burgen, die Geologie und die Paläontologie des Gebiets. -Natürlich interaktiv. 

Die "Kajüte der Matrosen" widmet sich der Geschichte von Koblenz als Hafenstadt und der Rheinschifffahrt.

Im "Rheintheater" werden die Sagen, aber auch die Fakten über den Rhein erlebbar gemacht. So erscheinen beispielsweise im "Sagensuchscheinwerfer" die Sagengestalten in der Kulisse. 

Zu einem Schiff gehört natürlich auch ein Steuerstand. Hier werden im Film 9 verschiedene Abschnitte an Rhein und Mosel befahren. 

Der Ausgang schließlich zeigt echte Koblenzer Originale, zur Verfügung gestellt von den Menschen der Region. 

 

Durch die ganze Ausstellung hindurch sorgt eine realistische Geräuschkulisse für das nötige Flair.

 

Das Romanticum eignet sich hervorragend für einen Stopp mit Kindern. Die Idee mit der Chipkarte ist hervorragend und regt an, sich auch nach dem Besuch mit der Stadt zu befassen. 

 

 

Über den Dächern

 

29 Meter über der Stadt lässt es sich auf der Dachterrasse der Stadtbibliothek hervorragend entspannen. Und lernen, denn die Medien der Bibliothek können hierher gebracht werden. Und selbst wenn die Namen der Einrichtungen nicht zum Pauken lateinischer Vokabeln animieren, dann kann man hier immer noch den schönen Ausblick genießen. 

 

 

 

Weitere Infos zum Romanticum gibt es hier: www.romanticum.de

Zum Forum Confluentes (wo auch eine Touristeninfo ist): www.koblenz.de/stadtleben_kultur/forum_confluentes.html oder: www.koblenz-touristik.de/kultur/sehenswertes-koblenz/forum-confluentes.html

 

 

 

 

 

Kommentare: 0 (Diskussion geschlossen)
    Es sind noch keine Einträge vorhanden.