Mit dem Segway durch Trier

Alles eine Frage der Balance

 

Der letzte Besuch meiner Sommertour führt mich nach Trier, unser Zentrum im Norden des Bundeslandes. 

Petrus schickt mir mal wieder Regen, aber mittlerweile bin ich ja wetterfest. Trier ist so schön, da trübt auch ein bisschen Wasser nicht die Stimmung. Ich hatte meinen Kollegen Sven Teuber gebeten, mir seine Heimatstadt mal auf "andere" Art und Weise zu zeigen. Dieser Aufforderung ist er nachgekommen.- Und hat Segways geordert. Wikipedia[1] erklärt dieses Gerät wie folgt: 

"Ein Segway Personal Transporter ist ein elektrisch angetriebenes Einpersonen-Transportmittel mit nur zwei auf derselben liegenden Achse liegenden Rädern, zwischen denen die beförderte Person steht und das sich durch eine elektrische Antriebsregelung selbst in Balance hält".  Desweiteren wird festegehalten, dass die Fortbewegung ausschließlich durch Gewichstsverlagerung gesteuert würde. "Es gibt keine Bedienelemente zum Bremsen oder Beschleunigen. (...) Der Segway ist deshalb intuitiv zu bedienen". Intuitiv. Ich sehe mich schon an den Steinmauern der Porta Nigra kleben. 

Segway-Touren durch Trier sind in mehreren Varianten möglich und in vielen Gruppenstärken. Wir sind als Vierergruppe angemeldet und werden von einem Guide begleitet. An den verschiedenen Sehenswürdigkeiten besteht die Möglichkeit einer Audioerklärung. 

Wir werden einzeln in die Betriebsweise des Segways eingewiesen. "Wieviel Sie sehen, hängt auch ein bisschen vom Talent der Teilnehmer ab", scherzt der Guide und ich beglückwünsche mich, dass ich Trier schon vorher einmal besucht habe und die meisten Highlights tatsächlich schon kenne.

Nach meiner Einführung bin ich dann aber schon erstaunt. So ein Segway ist relativ leicht zu bedienen. Ein bisschen ist es wie Radfahren und man bekommt schnell Lust auf ein bisschen Geschwindigkeit.

Auch den ersten Borstein meistern alle problemlos. Ein bisschen nervös werde ich am Moselufer. Ein Bauzaun schmälert den Weg erheblich, aber auch diese Passage bereitet letztlich keine Probleme. 

Ein Segway kann bis zu 20km/h schnell werden. Eine Spitzengeschwindigkeit, die wir nie erreichen. Wir fahren über Kopfsteinpflaster, bergauf, bergab, auf Radwegen (natürlich liegt dem Unternehmen eine Genehmigung vor!) und ich erlebe Trier tatsächlich auf neue Art und Weise. Natürlich steht bei so einer Tour der Spaß im Vordergrund, nämlich der am Fahren und an einer neuen Fortbewegungsmöglichkeit. Der Stopp an den Sehenswürdigkeiten der Stadt ist ein Plus. 

Ich jedenfalls fand es super ohne große Anstrengungen durch die Stadt zu fahren und Strecken zurückzulegen, die zu Fuß natürlich viel länger gedauert hätten. 

Und auch der Zusammenstoß mit der Porta Nigra oder sonst eine Kollision blieben mir und den anderen Teilnehmern erspart. Ein bisschen stolz sind wir darauf schon, als wir die Segways wieder an der Porta parken. 

 

 

 

Karl Marx und die rebellischen Trierer

 

Zum 200. Geburtstag ihres berühmten Sohnes Karl Marx legt sich Trier ins Zeug. Im nächsten Jahr werden auch neue Themenführungen hierzu angeboten. Ich habe das große Glück, dass mein Kollege Sven eine bereits jetzt ermöglicht. Zumindest eine Ausschnitt aus dieser Führung. Andreas, ein Parteikollege von uns, nimmt sich die Zeit und führt uns in Karl Marx-Shirt zu einigen Punkten in Trier, die unter dem Motto "Karl Marx  und die rebellischen Trierer" stehen. Neben Marx Geburtshaus sind das auch Orte, die man sonst vielleicht nicht mit "Rebellen" verbunden hätte oder an die man sonst vielleicht übersehen würde. So stoppen wir am Heuschreckenbrunnen der Stadt. Mit seinem Entstehungsjahr 1977 ist der Brunnen, der ein Fastnachtsbrunnen (ich glaube in Trier sagt man Karneval, aber das geht einem Mainzer nicht über die Lippen) erstmal historisch weniger interessant. Aber wie in meiner Heimatstadt, nutzten auch die Trierer die närrischen Tage um aufzubegehren gegen die Unterdrückung der Bürger und die Zensur. In Triers Fall waren es die Preußen, unter denen sie zu leiden hatten. Die Geschichte der Pickelhauben in der ältesten Stadt Deutschlands ist kein rühmliches Kapitel und erzählt von Hungersnot und Elend. Unter anderem die Karnevalskünstler rebellierten dagegen.

Wir schauen auch beim Priesterseminar vorbei. Einst war hier ein Gymnasium untergebracht. Übrigens jenes, das Karl Marx besuchte. In einer kleinen Gruft unter der Jesuitenkirche hat hier Friedrich Spee seine letzte Ruhe gefunden. Er, geboren 1591 und gestorben 1635, war selbst Jesuit und wurde als mutiger Kritiker der Hexenprozesse, die es in seiner Zeit zur Genüge gab, berühmt. Ein Rebell in der Kirche gegen die Praxis. 

 

 

Die Führung wird natürlich durch Andreas Leidenschaft für seine Stadt und ihre Geschichte und seine witzigen Anekdoten zum Highlight. Mit einer Gitarre ausgerüstet, singt er an einzelnen Stationen auch. - Was jeder erleben kann, denn Andreas ist auch für Kostümführungen als Bänkelsänger zu buchen. Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr zurückkommen und dann die ganze Rebellentour mitmachen

 

 

Zu den Segwaytouren in Trier: www.trier-info.de/weitere-rundfahrten/articles/segway-trier-tour-702

Zu Kostümführungen in Trier: http://www.trier-info.de/kostuemfuehrungen/articles/fuehrung-mit-dem-baenkelsaenger

 

 

 


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Segway_Personal_Transporter)

 

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