Sprudelndes Andernach

Superlative im Norden

Etwa alle zwei Stunden sprudelt das Wasser in Andernach 60 Meter hoch. Der Kaltwassergeysir ist der somit der größte seiner Art weltweit (!) ist. - Das bescherte der Stadt unter anderem einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. 

 

Bevor ich mich aufmache mir dieses Naturspektakel anzuschauen, steht ein Besuch im Geysir-Zentrum an. Aufgemacht wie eine alte Forschungsstation in einem Steinbruch, kann man hier sehr interaktiv erfahren, wie so ein Kaltwassergeysir funktioniert (mit Kohlenstoffdioxidgas nämlich.- Quasi wie in einer geschüttelten Sprudelflasche. Das muss als Erläuterung reichen...alles weitere erfährt man dann im Zentrum). Exponate, Experimentierstationen und Medieninstallationen, die regelmäßig auch modernisiert werden, ermöglichen den Besuchern einen leichten und spannenden Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen. Man reist durch einen "Vulkanschlot 4000 Meter unter die Erde", zum Magma des Geysirs bis man dann an der letzten Station wieder (über der Erde" angelangt ist. - Diese Aufgabe hat man reizend gelöst. Im Aufzug, der natürlich als Kulisse gestaltet wurde, fährt man im Zentrum in Wahrheit nach oben, während aber entgegenlaufende Bilder im Aufzug dem Fahrer vermitteln, man führe nach unten in die Erde. Ein kleines Gimmick, das für die Liebe zum Detail spricht, die man dem Zentrum angedeihen ließ. Man legte bei der Gestaltung insgesamt viel Wert auf's Detail, aber auch auf leichte Verständlichkeit. Will man alle Stationen besuchen, sollte man locker 1-1,5 Stunden einplanen.

 

Danach geht's auf Schiff, denn der Geysir liegt im Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Namedyer Werth. Auf dem Rhein kann man bei einer Tasse Kaffee hervorragend eine kurze Pause einlegen und die Landschaft genießen. 

 

Auf der Insel angelangt, steht der Ausbruch des Geysirs bevor. - Denn die Schiffstouren richten sich nach seinen Eruptionszeiten. Trotz des Regenwetters sind recht viele Besucher mit mir am Geysir. Es zischt und gurgelt als er ausbricht und ich fühle mich tatsächlich kurz an Island erinnert. Die Wasserfontäne schraubt sich immer weiter in die Höhe und das mehrere Minuten lang (etwa 15). 

 

Nach Ausbruch des Geysirs geht es dann wieder bequem mit dem Schiff zurück in die Stadt. Im Besucherzentrum kann man jetzt noch den leckeren Kuchen probieren oder sich im Museumsshop umsehen.

 

Seit 2006 ist der Geysir touristisch erschlossen. Für die älteren Andernacher ist er eine Kindheitserinnerung. Bis in die 50er sprudelte ein Geysir nämlich an anderer Stelle, die dann aufgrund der Bundestraßenarbeiten verschlossen werden musste. Die Idee, den Geysir zu reanimieren, neue Bohrungen durchzuführen und ihn den Andernachern und den Besuchern quasi zurückzugeben, nahm Anfang der 2000er wieder konkrete Form an. Heute sprechen 150.000 Besucher jährlich für die gute Idee. Der Besuch kostet für Erwachsene 15 Euro, Kinder unter 1 Meter zahlen nichts und es gibt natürlich die Möglichkeit zu ermäßigten Preisen für Schüler, Studenten, Senioren und behinderte Menschen. In dem Ticket enthalten ist das Komplettprogramm Geysir-Zentrum, Schifffahrt und Geysir-Ausbruch.  Und natürlich ist alles barrierefrei zugänglich. 

 

Ich danke meinem Kollegen Marc Ruland herzlich für den Tipp und die Begleitung, sowie Herrn Heller, den Geschäftsführer der Andernach.net GmbH für die Führung durch das Kompletterlebnis "Geysir". 

 

 

 

Zum Geysir: www.geysir-andernach.de/ 

  

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